Der Platinmann...

(politsch korrekter, bald zu "Platin(wo)man" korrigiert)

 

Wann? Sonntag, 10.11.13, sympathische 11 Uhr
Wo? Start / Ziel = Hennef. Zwischen Start und Ziel liegen 24,761km mit 7 Bergen, 815 Höhenmetern, bis zu 52% Steigung (aber nicht allzu lange ;-) )
Wetter... Seitens der LG Donatus waren Christoph Bebeniss und ich am Start. Bis jetzt bedeuteten unsere gemeinsamen Starts regelmäßig, dass es am Start geregnet hat. Immer jedoch hiess es: unterwegs Modder & Matsch. Vielleicht sollten wir beide Extremlauf-Organisatoren einen gemeinsamen Start als Dienstleistung anbieten – das spart diesen Leuten die Präparation ihrer Piste...

Das hier sind Ausschnitte aus der Ausschreibung:
"Streckenposten werden nicht oder kaum eingesetzt. Führungsradfahrer kann es aufgrund der schwierigen Strecke nicht geben. /.../ Aufgrund der schwierigen Streckenverhältnisse ist es dem Veranstalter nicht möglich, eine ausreichende lückenlose notärztliche Versorgung zu gewährleisten. Die Teilnehmer werden gebeten und sind gehalten, sich nach Möglichkeit mit einem Handy auszustatten und sich bei Vorfällen an die Notfallrufnummer zu wenden.".
Das hörte sich – zumindest für meine Ohren – weniger nach einem Traillauf an, der in einer dicht besiedelten Gegend der Bundesrepublik Deutschland, ganz nahe am Industrie-Speckgürtel der Rheinschiene abläuft. Eher würde ich so etwas in den Alpen erwarten. Zumindest aber am Rande von Nirgendwo. Andererseits hört sich das schon verlockend an: Mit knapp 25 km nicht unendlich lang, bestimmt eine nette, abwechslungsreiche Strecke. Kurz und gut: für mich genau das Richtige für das Ende der Saison. Also los.

Wie unter "Wetter" gesagt, waren Christoph und ich da.
Ergebnis: fast das gesamte Läuferfeld stand unter einem Pavillon an der Startnummernausgabe und schaute ungläubig zu, wie sich die Schleusen des Himmels öffneten. Der eigentliche Start war ca. ein Kilometerchen entfernt, so daß nach kurzer Zeit Unruhe aufkam "Hallo! Die werden doch nicht ohne uns starten!?!!!!" und der gesamte Trupp sich gemeinsam in Richtung Start warm lief. Tropfnass standen wir da noch ein paar Minuten herum – und ab dann hat es während der gesamten Veranstaltung nicht mehr geregnet. Brauchte es auch nicht mehr, weil der Boden völlig aufgeweicht war. Christoph meinte hinterher, dass er seine Schuhe wohl nur deswegen nicht im Sumpf verloren hat, weil sie mit den Gaiters an den Knöcheln fest hingen. Mmmja. Meine Schühchen lösten sich ein paar mal gerade eben noch mit einem saugenden Geräusch aus dem Modder. Glück gehabt.

Die Strecke selbst war einfach schön! Abwechslungsreich, oft wirklich traumhaft – ein wenig Märchenwald. Sogar oder gerade bei diesem usseligen Wetter wunderbar. Gerade weil sie so abwechslungsreich war, kann man sie schlecht beschreiben. Am Anfang, nach dem ersten km gab es eine Engstelle, die steil bergan ging und an der nicht überholt werden konnte. Hier mussten die Läufer wie Korken in der Flasche warten. Blöd. Aber andererseits waren die schnellen LäuferInnen eh' vorne und brauchten nicht zu warten. Daher traf die dumme Warterei eigentlich nur die "lahmen Enten" wie mich – mich hat's fast 4 Minuten gekostet. Diese verlorenen Minuten zerrten zwar nach dem Lauf heftig an meinem Ego, hätten mich aber auch nicht auf's Treppchen katapultiert. Mit diesem Wissen gab das qungelnde Ego ganz schnell hübsch Friede.
Nicht nur wir hatten wegen der Aufforderung, per Handy erreichbar zu sein, Sorgen wegen der Streckenführung. Aber die Veranstalter hatten die Strecke geradezu traumhaft gekennzeichnet: deutliche Beschilderung und gleichzeitig unübersehbare Pfeile auf dem Boden. Perfekt.

Der einzige Nachteil waren die Verpflegungsstellen. Es wäre schön, wenn sie tatsächlich einen Abstand von ca. 5 km gehabt hätten. An jeder Station gab es Wasser und Bananen. Hier hätte ich mir zusätzlich Isozeug oder diesen InstantTee gewünscht, gerne auch kalt. Wobei das mein persönliches Problem gewesen sein kann: Seit dem Köln-Marathon werde ich wahrscheinlich noch ein paar Monate brauchen, bis ich wieder eine Banane sehen kann... An Unterzuckerung habe ich definitiv nicht gelitten: jedes Stündchen gab's ein leckeres, körperwarmes Gel (bäh!).

Unter'm Strich: Die Organisatoren haben einen rundum gelungenen Lauf auf die Läuferbeine gestellt! Wirklich empfehlenswert! Matsch- und Pfützenspringen für Fortgeschrittene. Es hat richtig richtig richtig Spaß gemacht!!!

 

Ergebnisse der LG Donatus (Finisher insgesamt: 275)
Name, Vorname Platz ges. (m/w) Platz AK Zeit
Bebeniss, Christoph 118 33 2:32
Kisters-Woike, Brigitte 33 2 3:02

 

... mit 3:56 kam ein Pärchen an, ganz locker verbunden durch ein Seil. Eine solche Strecke blind zu laufen, geleitet von einem möglicherweise völlig fremden Guide – da kann ich vor beiden nur den Hut ziehen! Sehr, sehr viel Respekt vor dieser Leistung!

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